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Ein echtes Familienunternehmen - 22.11.2008

Entscheider und ihr Arbeitsplatz (von Thomas Hagemann (Text) und Gudrun Scholand-Rebbert (Fotos); MZ)

MZ-Serie Schreibtischgeschichten - Wolfgang Kaiser ist das Miteinander bei Firma Friedr. Freek besonders wichtig

Büro und Schreibtische zeigen viel von dem Menschen, der hier arbeitet - das sorgt für Wohlfühl-Atmosphäre und offenere Gespräche

Menden. "Als ich 1990 in die Firma meines Vaters eingestiegen bin, brauchte ich natürlich auch einen Schreibtisch. Wir sind damals nach Gießen zur Firma Voko gefahren, weil die gute und bezahlbare Möbel herstellen. Mit dem Schreibtisch bin ich inzwischen dank unserer Erweiterungen schon ein paar Mal umgezogen und er tut es immer noch." Wolfgang Kaiser, der mit seinem Bruder Stefan das Heizelemente-Unternehmen Friedr. Freek an der Sudetenstraße leitet und damit Chef von 57 Mitarbeitern, darunter fünf Auszubildenden, ist, legt Wert darauf, dass sein Büro die Unternehmensphilosophie widerspiegelt. Auf den schwarzen Holzflächen seines Schreibtischs, die auf einem bordeauxroten Unterbau ruhen, finden sich Bilder seiner Familie wieder. Die Kinder Jan und Ronja sind auf dem Mousepad abgebildet, ihre kleinen Kunstwerke liegen als laminierte Untersetzer bereit. Auch an Wänden und in Regalen sind Urlaubsbilder vom Surfen in Dänemark und Abenteuern in norwegischen Wasserfällen zu sehen, dazu eine metallene Wetterstation als Präsent eines Lieferanten, von Ronja ein Kugelschreiberhalter aus Ton und der BVB-Kalender, den Jan seinem Vater als bekennenden Borussen schenkte: "Mein Bruder Stefan ist Bayern-Fan, mein Vater Wilhelm, der bis heute Kontakte zu langjährigen Kunden und Lieferanten hält, ist Schalker."

Ganz bewusst zeigt Wolfgang Kaiser in seinem Büro viel von sich selbst, um etwaige Hemmschwellen bei Mitarbeitern oder Besuchern abzubauen: "Wir sind eine Firma, die dank internationaler Partnerschaften im Rahmen von Eucopet Erfolg hat und daher ausgesprochen kommunikativ sein muss. Und das versuchen wir auch auf das Binnenverhältnis zu unseren Mitarbeitern zu übertragen. Wir haben miteinander Verhaltensregeln erarbeitet, die auf viele mögliche Situationen im Betrieb anwendbar sind und sich auch bewährt haben", sagt Kaiser, dessen Bürotür wann immer möglich offensteht. Neben der fachlichen Qualifikation zählt für ihn die Integrationsfähigkeit zu den wichtigsten Eigenschaften, die seine Mitarbeiter, die aus vielen Herkunftsländern stammen, mitbringen müssen.

Offenheit prägt auch die gegenüber liegende Seite dieses Büros, das gleichermaßen einladend wie zweckmäßig wirkt: Ein Doppelfenster, das bis zum Boden reicht, gibt hinter einem Baum den Blick auf den Hof mit den beiden langgestreckten Produktionsgebäuden frei. Das hintere ist mit einem Aufbau gerade erst um 500 Quadratmeter erweitert worden - und erfüllt bereits wichtige Funktionen.

Denn neuerdings wird bei Freek wieder richtig Platz gebraucht. Der Grund: "Die Firma Mars Drinks ist an einem unserer Partner herangetreten mit der Frage, wer denn Heizungen für Getränkeautomaten bauen kann, die klümpchenfreien Kakao zubereiten sollen." Das war Freek. Und so erhalten die in Großbritannien entwickelten Automaten, die in Shanghai gefertigt werden, jetzt die dafür 1500 monatlich gebrauchten Kakao-Zusatzheizungen aus Menden. "Das allein bindet hier bei uns im kommenden Jahr fünf Arbeitsplätze."

Sich auf künftige Chancen rechtzeitig vorzubereiten, das ist das Erfolgsrezept an der Sudetenstraße. "Das kann eben auch heißen, vorhandene Geschäftsnischen nicht aufzugeben, auch wenn sie längere Zeit in den Hintergrund treten." So stellen die Mendener nicht nur die Hightech-Produkte her, für die sie bekannt geworden sind, sondern auch Low-Tech-Standardware. Neben den unvorstellbar kleinen Heizkörpern, die bei gerade mal 1,8 Millimetern Außendurchmesser innen noch mit Isolations-Keramik ausgestattet sind, baut Freek seit eh und je auch die guten alten und deutlich größeren Heizkreuze für Wäschetrockner. Knowhow und Ausstattung dafür setzten Freek jetzt in die Lage, den Mars-Drinks-Auftrag auszuführen.

Das Hauptgeschäft liegt zwar nach wie vor in der Kunststoff- und Verpackungsindustrie, die Mini-Heißkanäle für ihre Spritzdüsen braucht, und hier zählt Freek zu den Spezialisten unter den Herstellern, die weltweit an zwei Händen abzuzählen sind. Trotzdem bleibt die breite Palette, die zehn verschiedene Pruduktfelder umfasst, darunter die Medizintechnik, die Erfolgsgrundlage. Kaiser: "Hätten wir jetzt nur Kunden aus der Automobilindustrie, wäre es schwieriger."

Die weltweiter Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf die Realwirtschaft beschäftigen den Mendener, der in der Firma den kaufmännischen Part innehat, während sein Bruder für die Technik zuständig ist, im Augenblick dennoch stark. "Wir sehen die Krisenszenarien heraufziehen, und es gilt jetzt, sicht darauf einzustellen." Hoffnung macht ihm dabei die Haltung auch der Partner in Europa und Übersee, deren Produkte Freek im Rahmen von Eucopet vertreibt und die umgekehrt die Mendener Heizelemente verkaufen. "Alle sehen die Krise, aber keiner macht die Augen zu."

Und wenn wegen des erstarkten Dollars Freek als deutscher Lieferant des US-Partners Thermetic 20 Prozent mehr für deren Produkte zum Vertrieb in Deutschland zahlen müsste, "dann helfen partnerschaftliche Gespräche, diesen Kostenfaktor einvernehmlich zu senken". Druck gibt es indes auch im Inland: Für einen der Top-5-Kunden ist Freek aktuell aufgefordert, fünf Prozent nachzulassen, auch im kommenden Jahr soll es Preisabschläge geben.

Die nächsten vier Wochen werden für das Geschäftsjahr 2009 entscheidend sein, erwartet Kaiser: "Wir planen keine Kurzarbeit, es wird niemand entlassen. Aber auch wir wissen noch nicht, was kommt." Gerade jetzt verfüge Freek über viele Erfolg versprechende Produkte und Projekte, die kurz vor dem Abschluss stehen. "Nur müssen die Kunden natürlich bei der Stange bleiben."

Ein echtes Familienunternehmen
Fenster zum Hof: Es sorgt nicht nur für einen lichten und freundlichen Arbeitsplatz, es dient manchmal auch dem Gespräch auf "kurzem Dienstweg".
Ein echtes Familienunternehmen
Pfiffige Idee: Laminierte Kinderbilder dienen im Büro als Untersetzter.
Ein echtes Familienunternehmen
Surfen in Dänemark: Sport- und Abenteuerurlaube zählen zu den Stechenpferden des Unternehmers.
Ein echtes Familienunternehmen
Die Familie ist immer dabei: Von Ronjas elefantösem Kugelschreiberhalter bis zum Mousepad mit dem Kinderfoto.
Ein echtes Familienunternehmen
Vorne spielt die Musik, hinten spielt Tinga: Der BVB-Kalender für den "absoluten Borussen" stammt vom Sohnemann.

Quelle: Mendener Zeitung » Mendener Zeitung


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