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Benutzerhinweise

Durch die hygroskopische Eigenschaft der verwendeten keramischen Isolationswerkstoffe ziehen diese Feuchtigkeit. Deshalb versenden wir unsere Heizpatronen i.d.R. eingeschweißt im luftdicht abgeschlossenen Kunststoffbeutel. Bei ungeschützter Lagerung an Umgebungsluft ist vor Inbetriebnahme unbedingt der Isolationswiderstand festzustellen und ggf. eine Trocknungsphase vorzusehen (Anfahrschaltung oder Trockenofen). Falls Feuchtigkeit im Heizelement ist und 230 V Spannung angelegt wird ohne vorherige Trocknungsphase, ist ein Ausfall des Heizelementes sehr wahrscheinlich.

Ein Abbiegen außen liegender Verbindungsstellen (Anschlussausführung Typ N) kann zum Bruch der Anschlüsse führen und ist deshalb unbedingt zu vermeiden. Häufige Bewegungen glasseidenisolierter Anschlussleitungen können zur Beschädigung führen und sind deshalb zu vermeiden.

Die max. Temperaturbelastung von 750 °C am Patronenmantel gilt nicht für den Anschlussbereich. Die im Anschlussbereich auftretenden Temperaturen bestimmen maßgeblich die Eignung zur Auswahl stehender Anschlussausführungen.

Die max. Temperaturbelastung von 750 °C am Patronenmantel impliziert die Annahme eines "normalen" Wärmeabflusses und damit eines "normalen" Temperaturgradienten zum Heizleiterdraht. Einbau- und Betriebsbedingungen mit besonders guter Wärmeleitung (z.B. Wärmetauscheranwendungen auf Aluminiumbasis) erhöhen den Temperaturgradienten z.T. erheblich und damit die Temperatur am Heizleiter. Die max. Temperaturbelastung am Patronenmantel muss in solchen Einsatzfällen entsprechend niedriger angesetzt werden, was insbesondere bei der regeltechnischen Systemauslegung zu beachten ist (Fühlerposition, Regeltemperatur, Hysterese).

Die angegebene Nennspannung darf nicht überschritten werden, da ansonsten Überhitzungsgefahr besteht.

Grundsätzlich gilt: je besser die erzeugte Wärme abfließen bzw. in das zu beheizende Werkstück einströmen kann, desto höher kann die Oberflächenbelastung am Patronenmantel gewählt werden.

Leistungsdichten am Patronenmantel von bis zu 50 W/cm² sind nur geregelt und bei thermisch günstigen Einbauverhältnissen vertretbar. Gut Wärme leitende Konstruktionswerkstoffe und ein eng tolerierter Patronensitz werden deshalb unbedingt empfohlen.

Für unsere geschliffenen Hochleistungsheizpatronen empfehlen wir H7-Bohrungen mit möglichst geringer Rautiefe.

Bohrungsformfehler, Querbohrungen oder Lunker behindern die Wärmeabfuhr und führen zu Wärmestaus, was zu einem kritischen partiellen Überhitzen der Patrone führen kann.

Der Anschlussbereich von Heizpatronen muss grundsätzlich geschützt werden vor Schmier-, Reinigungs- und Lösungsmitteln, da diese in die Keramik eindiffundieren und zu Kurzschlüssen führen können.

Im festen Verbund mit Materialien unterschiedlicher Wärmeausdehnung (z.B. Stahl und Aluminium) oder bei extremen Temperaturgradienten entlang des Patronenmantels können Heizleiter und Anschlussdorne starken Zugbelastungen ausgesetzt werden und im ungünstigsten Falle reißen bzw. brechen. Ursache hierfür sind z.B. das Aufreißen von vor Korrosion schützenden Passivschichten oder das Herabsetzen von Warmzugfestigkeiten durch in bestimmten Temperaturbereichen eintretende Gefügeveränderungen bzw. Phasenumwandlungen. Insbesondere bei hohen Betriebstemperaturen und unvermeidbaren mechanischen Wechselbelastungen sind ausgiebige Belastungs- und Lebensdauertests vor Serienanlauf unabdingbar.

Da es in jeder Praxisanwendung Betriebs- und Umgebungsparameter gibt, die sich in der Theorie nicht exakt bestimmen lassen, empfehlen wir grundsätzlich, Heizpatronen vorab in der Anwendung selbst unter den tatsächlichen Betriebsbedingungen zu testen.

Aus den Benutzerhinweisen können keine Garantieansprüche abgeleitet werden.


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